Blick nach vorne

Die letzten Wochen waren eine gefühlsmäßige Achterbahn der Extraklasse. Und gleich vorab: Das wäre kaum zu bewältigen gewesen, würde ich nicht seit fast einem Jahr jeden Tag meditieren.

So. Damit ist zum ersten Mal eine Duftmarke in Sachen „mein Thema für die Zukunft“ gesetzt. Doch der Reihe nach.

Zwei völlig konträre Ereignisse waren prägend für die letzte Zeit. Einerseits die Entscheidung für und der Einzug von einem vierbeinigen Familienzuwachs und gleichzeitig das Koma, das Versterben von und die Trauerfeier für meinen Vater.

Beide Ereignisse haben einen gemeinsamen Nenner: Energie. Damit meine ich nicht das Offensichtliche, sondern es wird ein gutes Stück tiefgründiger.

Bei der Hundeerziehung ist das Wissen über die Energiefelder, die alle Lebewesen umgeben, sehr hilfreich. Unsere Debbie jeunerte am Anfang viel. Die Trennung nach dreieinhalb Jahren von der Vorbesitzerin, die lange Fahrt zu uns, das neue Zuhause – das war viel für die kleine Hundeseele. Immer, wenn mein Mann die Wohnung verließ, wurde ausgiebig gejammert. Dank unserer großartigen Beraterin lernten wir, die Kleine komplett zu ignorieren, bis sie sich im Körbchen hin- und das Köpfchen erschöpft auf die Decke legte. Dann wurde sie ausgiebig gelobt. Nach nicht einmal zwei Tagen war der Jammer vorbei, als wäre es nie anders gewesen.

Der Gedanke dahinter: Dein Energiefeld (Trauer, Angst…) hat nichts meinem Energiefeld (Entspannung, Sicherheit…) zu tun. Deswegen laufen beide komplett parallel. Erst, wenn diese beiden Energiefelder wieder zusammenpassen, gibt es (wieder) eine Zusammenführung.

Als meine Mutter, mein Mann und ich ins Krankenhaus gerufen wurden, hatte sich der Gesundheitszustand meines Vaters massiv verschlechtert. Er lag nun schon seit fünf Wochen im Koma, während nahezu täglich immer mehr Hiobsbotschaften der Ärzte folgten. Jetzt waren wir alle da (gemeinsames Energiefeld), und da verlangsamte sich der Herzschlag sichtbar auf den Monitoren. Wir sprachen mit der Ärztin, dass wir für einen Abschied bereit sind, die Monitore wurden abgestellt. Ich legte meine Hand auf seinen Brustkorb und machte das Energiefeld rund um mein Herz ganz groß auf mit dem Gefühl von Liebe und Loslassen. Keine 15 Minuten später konnte er gehen.

Um bei der Trauerfeier und meiner Trauerrede bei Stimme zu bleiben, konzentrierte ich mich intensiv auf mein Energiezentrum hinter dem Solarplexus, wo Trauer und Schmerz sitzen. Ich konnte nicht nur die Rede halten, sondern die gesamte Trauerfeier moderieren, ohne dass meine Stimme versagte. Dann ließ ich los, und die Tränen durften fließen.

Huuuuh, spoookyyy!

Wem das jetzt ein wenig zu spooky klingt – dann kann ich das natürlich nachvollziehen. Hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt, hätte ich genauso reagiert. Natürlich lassen sich die ganzen Phänomene auch anders erklären, so wie sich immer zu allem eine jeweils passende Erklärung finden kann.

Meine persönliche Erfahrung ist die, dass ich in einer Meditation, bei der die Energiezentren durchgegangen werden, jedes einzelne dieser Zentren wirklich spüren kann. Für mich hat das nichts Esoterisches, dahinter verbirgt sich tatsächlich eine wissenschaftliche Basis. Das war überhaupt der Grund, warum mich das Thema Meditieren so angetriggert hat: Ein jahrtausendaltes Wissen wird jetzt auch mal von der wissenschaftlichen Warte aus betrachtet. Was passiert genau im Gehirn beim Meditieren? Was ist die chemische Basis von Gefühlen? Wo sitzt das Unterbewusstsein? Welche Energie erzeugt ein Körper und welchen Einfluss hat sie auf uns und den Rest der Welt? Wenn ein Atom zu 99,999 % aus Energie besteht, was heißt das für uns und den Wirkungsgrad unsere Gedanken genau?

Hochinteressant, das alles! Da bleibe ich unbedingt dran, denn allein die letzten zwei Wochen wären sonst gaaaanz anders verlaufen.

Mach was draus.