Hört auf, beleidigt zu sein!

Ich könnte sooo oft beleidigt sein. Ü-40-Party – und ich kann nicht (mehr) mittanzen? Mumpfel! Motorradtour – und ich kann nicht (mehr) mitfahren? Motz! Schlagzeugfestival – und ich kann selber nicht (mehr) spielen? Mecker!

Ich fühle mich ausgegrenzt! Diskriminiert! Unberücksichtigt! Alle sind gegen mich! Die Welt hat sich gegen mich verschworen! Meine (winzige) Zielgruppe wird nicht bedacht! Unverschämtheit!

*Ironie-Modus aus!*

Äh, nein. So eine Art Denke finde ich schlicht und einfach hohl. Die Welt dreht sich nicht um mich. Die Welt dreht sich um niemanden. Sie dreht sich einfach. Fertig.

Und dennoch: Diese Denke findet sich sehr häufig und gerade in einer Welt, wo jede und jeder seinen Senf zu allem abgeben kann. Da wird gemumpfelt, gemotzt und gemeckert von Leuten, die gar nicht gemeint waren. Sie fühlen sich trotzdem angesprochen und gleichzeitig aufgefordert, ihre – gefühlte – Diskriminierung kund zu tun.

Social Media verrät viel über die Menschen. Denn wer da meckert, sagt vor allem über sich selbst erschreckend viel aus. Dieses Beleidigtsein ist eine Entscheidung. Es entsteht nicht, weil jemand (absichtlich) beleidigt.

Wie sage ich immer zu meiner Mutter, wenn sie eine Werbung im Fernsehen nicht verstanden hat? „Du warst auch nicht die Zielgruppe!“

Anstatt beleidigt zu sein, wäre diese Energie besser für eigene Aktionen genutzt, um in der eigenen Zielgruppe den gewünschten Beifall zu bekommen. Beleidigt sein dagegen ist ein Energiefresser. Was für eine Verschwendung!

Mach was draus.