Kannste auch sooo sehen…

Nicht selten bekomme ich zu hören: „Es ist so traurig, was du alles aufgeben musstest!“

Kann man so sehen. Muss man aber nicht.

 

Natürlich war es schade, als ich mein Motorrad weggeben musste.

Natürlich steckten weit über 40 Jahre Bastelzeit in meinem mehrstöckigen Puppenhaus, bevor ich es verschenkt (!) habe.

Natürlich tat es weh, als ich mein über alles geliebte Auto verkauft habe.

 

Das waren die Fakten:

200 Kilogramm zwischen den Beinen zu halten, das war irgendwann nicht mehr drin.

Die filigrane Arbeit an Miniaturen in 1:12 haben meine Hände irgendwann verweigert.

Reaktionen in Millisekunden, die das Autofahren abverlangt, waren irgendwann nicht mehr abrufbar.

 

Fakt war aber auch:

Motorradfahren war für mich immer mit Angst verbunden. Ich bin froh, dass in den Jahren alles gut gegangen ist.

Das Puppenhaus war ein Staubfänger mit stetigem Renovierungsbedarf. Ich bin froh, dass ich das damit verbundene schlechte Gewissen nicht mehr haben muss.

Mein Auto war ein Diesel – und gerade noch rechtzeitig zurück in Geld verwandelt worden.

 

Und überhaupt:

Ich bin froh, so vieles gehabt und so vieles erlebt zu haben. Das kann mir keiner nehmen – bis Alzheimer greifen sollte. Und dann kann es mir eh egal sein…

 

Mach was draus.